Vorbildliche Gebäudesanierung

Hausplakette
Hausplakette


Der Rundlingsverein vergibt seit vielen Jahren jährlich eine Auszeichnung für die vorbildliche Sanierung von
denkmalgeschützten Gebäuden in den Rundlingen des Wendlandes im Sinne der Leitgedanken des Vereins.
Preisträger 2011



PREIS DES RUNDLINGSVEREINS
FÜR VORBILDLICHE SANIERUNG 2011

Sanierung und Umbau eines ehem. Schulgebäudes 
Maren und Jonas Niemann
Schweskau, Schulstr. 1

Das im Jahre 1879 errichtete Schulgebäude hat eine sehr wechselvolle Geschichte aufzuweisen (siehe auch nebenstehenden Text „Die alte Schule in Schweskau“). Bemerkenswert ist immer wieder, welch unterschiedliche Nutzungen alte Gebäude über sich ergehen lassen, ohne dass sie ihren Charakter einbüßen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Bewohner bzw. Eigentümer sich mit dem Wesen des Hauses auseinandersetzen und der Versuchung widerstehen, eigene Bedürfnisse losgelöst vom Vorhandenen diesem aufzwingen zu wollen. Darüber hinaus erfordert eine den heutigen Anforderungen genügende Sanierung eine fachlich qualifizierte Beratung in bauphysikalischer Hinsicht. Gerade die angestrebten hohen Dämmwerte bergen in Verbindung mit der heutigen  Materialvielfalt an Baustoffen nicht unbeträchtliche Risiken insbesondere bei Fachwerkhäusern.


Bei der alten Schule in Schweskau sind die genannten Anforderungen in vorbildlicher Weise erfüllt. Man spürt, wie sehr sich ihre Bewohner mit dem Vorgefundenen identifiziert haben. Das führt im Inneren zu oftmals überraschenden und fantasievollen Lösungen, ohne dass in die konstruktiven Elemente eingegriffen wird. Viele Spuren früherer Nutzungen sind erkennbar geblieben. Im Äußeren ist bei den Fenstern der Südseite der ursprüngliche Zustand zur Zeit der Schulnutzung weitgehend wiederhergestellt worden. Leider wurde dabei auf die Sprossen der unteren Flügel verzichtet, was teilweise ungünstige Proportionen zur Folge hat. Auch die sehr unterschiedlichen Fensterformate der ansonsten vorbildlich mit Schieferbehang wiederhergestellten Westseite geben der dortigen Ansicht eine gewisse Unruhe.

Hinsichtlich des Aufbaus der Außen-, wie der Innenwände fanden weitgehend historische (Lehm) und bauökologisch unbedenkliche Materialien Verwendung.

Auch die zusammen mit dem Nebengebäude besonders reizvolle Hofsituation, die den ankommenden Besucher empfängt, wurde einschließlich der beschirmenden Bäume in ihrem Charakter nicht angetastet.
 
Insgesamt wurde die Sanierung außerordentlich sensibel ausgeführt. Das vorgefundene Ergebnis belegt ein hervorragendes Zusammenspiel von Bewohnern, Planer und Handwerkern.

Lüchow, den 10.Mai 2011
Die Jury
Kerstin Duncker, Knut Hose, Dr. Fritz Monke, Ralf Pohlmann, Jürgen Weinhold



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Geschichte des alten Schulhauses in Schweskau


Seit 132 Jahren gibt es das Schulhaus in Schweskau. Im Jahre 1879 wurde es erbaut und bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts als Schule genutzt.

Über 70 Jahre lang wurden Kinder in diesem Fachwerkhaus unterrichtet, teilweise gingen gleichzeitig über 80 Schüler hier zum Unterricht.

Der Eingang zu den Klassenräumen lag auf der Ostseite des Hauses, dieser Eingang wird heute noch genutzt. Über einen winzigen Flur gelangten die Schüler in den einzigen großen Klassenraum. Heute dient uns der Klassenraum als Waschküche, Bad, Gäste- und Arbeitszimmer.

Der Lehrer hatte im Westflügel des Hauses seine Wohnung. Im Obergeschoss gab es für besonders Lernwillige noch Räume für den freiwilligen Englischunterricht. Das Schulklo, ein Plumpsklo, war draußen im Stallgebäude untergebracht.

In den Pausen spielten die Schüler auf dem Schulhof vor dem Haus, dort, wo heute die große Linde Schatten spendet.

Anfang der 1950er Jahre zogen die Schüler in das neu errichtete Schulgebäude am Schweskauer Sportplatz um. Das alte Schulhaus kaufte der Mediziner Dr. Jobst Grubert, der dort mit seiner Familie einzog und die Klassenräume zu einer Arztpraxis umbaute. Der ehemalige Schuleingang wurde zum Praxiseingang, der Klassenraum unterteilt in Toilette, Warte- und Behandlungszimmer.

Bis Ende der 60er Jahre versorgte Dr. Grubert als Landarzt die Patienten im Lemgow, ehe er schließlich seine Kassenzulassung zurückgab und eine Beschäftigung im Lüchower Gesundheitsamt annahm. Dennoch blieb er bis zu seinem Tod im Jahr 2009 ein Ansprechpartner für viele Menschen im Lemgow.

In das Obergeschoss des Hauses zogen nach dem Krieg Flüchtlinge ein, denen teilweise nur ein Zimmer zur Verfügung stand: Frau Janz lebte bis zu ihrem Tod Ende der 50er Jahre in ihrem kleinen Zimmer, oben in der Ostseite. Frau Dinter und ihre Tochter wohnten bis ca. 1960 in 3 kleinen Zimmern auf der Westseite. Das Plumpsklo wurde weiterhin genutzt, Wasser zum Spülen und Waschen musste Liter für Liter von unten nach oben getragen werden und natürlich auch wieder retour.

Der Garten hinter dem Haus war zunächst als reiner Nutzgarten angelegt, und diente zur Versorgung der Familien. Im Laufe der Zeit wurde der Nutzgarten kleiner und stattdessen mehr und mehr Obstbäume gepflanzt, vornehmlich Apfel-, Pflaumen-und Birnbäume.



Preisträger der vergangenen Jahre
Hier sehen Sie eine Auflistung der Preisträger der vergangenen Jahre. Klicken Sie auf die Jahreszahl,
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Preisträger 2010
 



Objekt: Hofanlage
Standort: Diahren Nr. 10
Eigentümer: Giselher Kühn
 
Jury: Kerstin Duncker, Ralf Pohlmann, Knut Hose,
Dr. Fritz Monke, Jürgen Weinhold
  

 


Die heutigen Dorfbilder des Wendlandes stellen mit ihrem hohen Anteil an gut erhaltener alter Bausubstanz eine Besonderheit dar. Nachdem bereits in früheren Zeiten die Bewahrung und Modernisierung der Gebäude oft dem Abriss und Neubau vorgezogen wurde, ist unter anderem durch die Tätigkeit des Rundlingsvereins eine Wertschätzung entstanden, die andernorts nur selten zu finden ist. Neben aufwändigen Gesamtsanierungen beeindruckt dabei vor allem der hohe Anteil an Gebäuden, die über längere Zeit in kleineren Einzelschritten saniert und modernisiert werden und dabei recht selbstverständlich versuchen, Ortsbild- und Denkmalpflege gerecht zu werden. Stellvertretend für viele andere soll daher in diesem Jahr die Auszeichnung für vorbildliche Gebäudesanierung für die kontinuierliche Erhaltung und Verbesserung einer Hofanlage verliehen werden. 

Auf der ehemaligen Kossaterstelle Diahren Nr. 10 betreibt Giselher Kühn seit 1990 seinen Milchschafhof. Obwohl noch bewohnt, entsprach das Hauptgebäude mit nur drei ausgebauten Räumen, von denen nur zwei überhaupt heizbar waren, sowie Brunnenversorgung und Plumpsklo nicht im geringsten mehr den zeitgemäßen Wohnvorstellungen; die Nebengebäude waren schadhaft bis einsturzgefährdet. In verschiedenen Baumaßnahmen wurde die Anlage bis heute zu einem normal bewohnbaren Gebäude mit soliden Nebengebäuden und ansprechendem Äußeren. Die wesentlichen Bauabschnitte waren: Erhaltung und Reparatur der Nebengebäude, Herstellung der Wasser- und Abwasseranlage, Kontinuierlicher Ausbau des Hauptgebäudes unter Erhalt der Raumstruktur, einschließlich Dämmung und neuen Fenstern. Einbau einer Holzzentralheizung, Neueindeckung des Daches mit roten Ziegeln, Sanierung der Giebelwand unter Erhalt der vermutlich bauzeitlichen Ausmauerung. In der Gesamtheit der Maßnahmen ergibt sich eine würdigenswerte Leistung, die zeigt, dass auch mit erschwinglichen Mitteln die Erhaltung von Baudenkmalen möglich ist.

Auch wenn vor allem im Innenausbau die weitere Verbesserung etlicher Provisorien angemahnt werden muss, hält die Auswahlkommission es mehrheitlich für gerechtfertigt, diese Sanierung als Ausdruck der Wertschätzung und Würdigung der überkommenen ländlichen Bausubstanz auszuzeichnen. Damit soll der Idee Rechnung getragen werden, einmal abweichend von den bisherigen Kriterien ein Gebäude „im Prozess der Sanierung“ zu würdigen, an dem seit Jahren mit nur geringen zur Verfügung stehenden Mitteln gearbeitet wird. Die Anlage präsentiert sich immer noch als „unfertig“, lässt jedoch das Gespür der Bewohner für das Wesen des Hauses erkennen. 


Preisträger 2009


Wassermühle in Schnega

 

Objekt: Mühle

Standort: Schnega, Lange Straße 7

Eigentümer: Ingo Timm und Jürgen Zaak

Jury: Kerstin Duncker, Knut Hose, Dr. Fritz Monke, Jürgen Weinhold

 

  1. Lage und Erschließung
    Das denkmalgeschützte Gebäude steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gutshof
    der
    Groteschen Erben.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Das Hauptgebäude ist als Fachwerk in der heutigen Erscheinung wahrscheinlich 1870

    erichtet worden. Die einen dahinter liegenden Hof einfassenden Gebäude entstanden etwas später, die Remise 1919.

    Nach den Vermessungsunterlagen von 1776 ist der Standort als Mühle ausgewiesen.
    Das zweigeschossige Hauptgebäude ist nach Leerstand von den jetzigen
    Eigentümern auf
    die Originalform zurückgeführt worden. Der Zwerchgiebel war nachweislich für einen Lastenaufzug ausgebildet worden.

    Das Äußere wurde durch Fachfirmen aufwändig saniert. Die Dacheindeckung, die

    Ausfachung, die Fenster und Türen wurden erneuert oder überarbeitet. Im Inneren ist
    die
    fehlerhaft Wärmedämmung durch ökologische Baustoffe ersetzt worden.

    Wesentlicher Teil der Anlage ist die Mühlentechnik, die von der Stauebene
    bis zum Dachgeschoss reicht. Veränderungen aus den Jahren 1912 und 1937 sind enthalten und betriebsbereit gemacht worden. Anlässlich des jährlichen Mühlentages
    wird die Technik vorgeführt.


  3. Zusammenfassung

    Das Gebäude ist somit ein beeindruckendes Beispiel vergangener Techniken,
    dessen
    sinnvolle Gestaltung überzeugt.

    Der Ort Schnega hat mit diesem Gebäude ein lobenswertes Beispiel für traditionelle Berufe mit bleibender Bedeutung. Bemerkenswert ist auch der Waschplatz am
    Fuße des Wehres,
    der grundsätzlich nutzbar ist und auch nach dem Einbau der Fischtreppe erhalten bleibt.


 


Betriebsbereite Technik in der Wassermühle Schnega.
 www.wassermuehle-schnega.de





2008
Ansicht

Objekt: Fachwerkhaus

Standort: Liepe Nr. 14

Eigentümer: Dorothea und Sven Rohde

Jury: Kerstin Duncker, Knut Hose, Dr. Fritz Monke, Jürgen Weinhold

  1. Lage und Erschließung
    Das prämierte Gebäude liegt an der Südostecke einer Straßenkreuzung am östlichen Rand des Dorfes Liepe. Es handelt sich um eine größere, teilweise mit älteren Bäumen bewachsene Parzelle, eingefasst von einem typischen Staketenzaun. Das Gebäude selbst ist in Nordsüd-Richtung orientiert, die Haupterschließung des Grundstücks sowie des Gebäudes erfolgt von Norden über die Dorfstraße.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Das Zweiständerhaus in Ziegelfachwerk unter Satteldach stand lange Zeit ungenutzt, konnte jedoch in den wesentlichen konstruktiven Teilen erhalten werden. Eine Giebelinschrift ist nicht mehr sicher entzifferbar, aufgrund dendrochronologischer Untersuchungen konnte jedoch festgestellt werden, dass das Holz im Jahre 1811/12 gefällt wurde, sodass das Baujahr auf 1813 datiert werden kann. Mit den Abmessungen 13 m x 10,30 m im Grundriss gehört es zu den eher kleineren Gebäuden dieser Art. Beide Giebeldreiecke waren und sind auch nach der Sanierung teilweise verbrettert; beidseits des Giebeltores befinden sich dreifeldrige Streben sowie Kopfbänder.

    Das Gebäude wurde in den letzten Jahren einfühlsam restauriert, sodass es heute – von wenigen Zugeständnissen an die neue Nutzung abgesehen – den ursprünglichen Charakter gut nachempfindet. Grot Dör und ehemalige Mistgangtüren zeigen vollflächig Glasflächen. An der rückwärtigen Giebelseite sind zur Belichtung des Obergeschosses ebenfalls einige Gefache verglast. Die Rahmung der Holzfenster erfolgte in einem leichten Grauton. Es wäre wünschenswert gewesen, die Gefachverglasung sowie die Rahmung der ehemaligen Mistgangtüren im Giebel in der Helligkeit dem Fachwerkton anzupassen.

    Die Gefache wurden mit neuen roten Wasserstrichziegeln ausgemauert und bieten dadurch ein sehr lebendiges, aber dennoch zurückhaltendes Farbspiel. Die großen ruhigen Dachflächen aus roten Tonziegeln werden lediglich durch je ein Dachflächenfenster an der West- und Ostseite sowie ein Entlüftungsrohr etwas in Unruhe versetzt.

  3. Aussenanlagen
    Das Grundstück befindet sich in einem weitgehend natürlichen Zustand (Rasenflächen). Die Pflanzung vor der Grot Dör verunklart die Situation etwas. Es wäre wünschenswert gewesen, die Ursprungssituation aufzugreifen und diesen Bereich als Zufahrtsweg erkennbar zu lassen.

  4. Zusammenfassung
    Insgesamt bietet das sanierte Gebäude unter Berücksichtigung aller Zugeständnisse an die heutige Nutzung ein gutes Beispiel für einen sensiblen und angemessenen Umgang mit historischer Bausubstanz.

2007
Ansicht

Objekt: Hofanlage

Standort: Salderatzen Nr. 3

Eigentümer: Heinz Laing

Jury: Susanne Gnade, Dr. Fritz Monke, Ralf Pohlmann, Jürgen Weinhold

  1. Erscheinungsbild und Nutzung
    “Haus der Überraschungen nannte der Bauherr Heinz Laing die Hofanlage. Und das hat seinen Grund. Am Anfang stand die Entkernung des ab 1900 errichteten mehrfach umgebauten Anwesens. Pläne dazu waren nicht aufzufinden. Das dadurch notwendige Aufmaß brachte erste Erkenntnisse. Bauforschung und Erzählungen formten ein ungewohntes Nutzungskonzept:

    Das Erdgeschoss des Haupthauses beherbergte eine Gaststube. Dementsprechend war der Eingang mit einer reich geschmückten Haustür als Blickfang gestaltet. Anstatt des eigentlich zu erwartenden Treppenhauses war lediglich ein Stiegenansatz vorhanden. Die ehemalige Gaststube zeigt noch die ursprüngliche Deckendekoration. Die Fenster sind – der damaligen Mode entsprechend – mit einem giebelähnlichen Sturz ausgebildet, wie er auch an anderer Stelle im Landkreis auftaucht.

    Keller und Bierkeller gab es auch, jedoch verhinderte hoher Grundwasserstand eine sinnvolle dauerhafte Nutzung. Der zunächst vermisste Treppenaufgang zum Tanzsaal öffnete sich unverhofft hinter einer zweiflügeligen Tür. Der davor befindliche Stiegenansatz war demontierbar, um über eine seitliche Flügeltür Separaträume mit der Veranda erschließen zu können.

    Der Tanzsaal im ersten Obergeschoss entpuppte sich zumindest unter funktionalen Gesichtspunkten als nicht optimal für Gäste und Bedienung. So waren beispielsweise die Toiletten anfänglich im Stallgebäude untergebracht. Nichtsdestoweniger war der heute als Aufenthaltsraum für Gäste dienende Saal reich geschmückt. Die Wände waren in dunklen Farbtönen mit Ornamentmalerei versehen, was noch bruchstückhaft betrachtet werden kann. Die Decke ist weitgehend im Original erhalten und zeigt dekorierte Balkenuntersichten, dazwischen – auf Leinwand aufgetragen – Dekormalerei.

    Die Einrichtung von Notunterkünften für Flüchtlinge nach dem Kriege 1945 führte teilweise zu Veränderungen, die auch heute noch ablesbar sind.

    Neben den zahlreichen Funden aus der Entstehungszeit der Anlage gab es dann noch eine weitere Überraschung. Nachdem fast alle Räume umgebaut, renoviert und gestaltet waren, blieb noch ein kleines Nebenzimmer aufzufrischen. Das Entfernen mehrerer Tapetenschichten brachte schließlich einen Tresor zum Vorschein. Hier lagerten nun die Grundstücksakten mit allen wichtigen Verträgen und Plänen für das Haus. Überraschend auf den Gast wirkt heute das ehemalige Stallgebäude. Der heutige Eingangsbereich beherbergte früher die Gästetoiletten. Die Struktur der Stallanlage wurde beibehalten. So kann man an den Stahlstützen noch das Tierhaltungssystem ablesen. Farbgebung und Details wie die alten Türen vermitteln eine angenehme Wohnlichkeit.

  2. Zusammenfassung
    Mit der Prämierung dieser Anlage möchte der Rundlingsverein neben dem persönlichen Einsatz des Bauherrn auch die Tatsache würdigen, dass die Umnutzung der Hofanlage ein hervorragendes Beispiel für die Wiederbelebung unserer Dörfer darstellt. Zum Anderen ist sie auch ein beredtes Beispiel dafür, dass der behutsame Umgang mit historischer Substanz und deren weitgehender Erhalt immer wieder Anlass für einfallsreiche Verwendung bieten und trotzdem – oder gerade – heutigen Ansprüchen genügt.

     

2006
Ansicht

Objekt: Ehemalige Hofanlage

Standort: Klein Gaddau Nr. 7

Eigentümer: Hans-Joachim Michels

Jury: Knut Hose, Dr. Fritz Monke, Ralf Pohlmann, Jürgen Weinhold

Lage und Erschließung
  1. Die Hofanlage liegt nordwestlich des Dorfplatzes. Das Haupthaus von 1882 als typisches Vierständer-Fachhallenhaus mit Längsdiele orientiert sich in Nord-Süd-Richtung giebelbeständig zur Straße. Westlich anschließende Wirtschaftsgebäude umschließen dreiseitig einen Wirtschaftshof. Östlich und südlich der Gebäudegruppe befindet sich eine von einem zeitgenössischen schmiedeeisernen Zaun umgebene Grünfläche. Im Südosten und Westen wird der Hof von einem kleinen Eichenhain geschützt.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Die Wirtschaftsgebäude, Erbauungszeit um 1900, weisen im Erdgeschoss Rohziegelmauerwerk, im Kniestock Fachwerk mit Ziegelausfachung auf. Die Satteldächer sind mit Krempziegeln bzw. Schiefer gedeckt.

    Die über einen Zeitraum von rund 25 Jahren leerstehenden Gebäude stellen nicht nur wegen ihres Zustandes sondern auch angesichts des Umfanges der baulichen Anlagen eine echte Herausforderung dar. Dabei ist besonders hervorzuheben, dass der Bauherr der Versuchung widerstanden hat, die vorhandene „Patina“ durch den Einsatz heute gängiger Materialien und Farben zu überdecken. Im Gegenteil ist es gelungen, selbst dort, wo ein Ersatz oder Neufassung unumgänglich war, das harmonische Erscheinigungsbild nicht zu stören. Behutsam wurden frühere Veränderungen rückgängig gemacht, so dass die gesamte Anlage auch in historischer und heimatkundlicher Hinsicht ein besonders gutes Anschauungsobjekt einer kompletten Hofanlage des ausgehenden 19. Jahrhunderts darstellt.

  3. Aussenanlagen
    Hierzu trägt der originale schmiedeeiserne Zaun bei wie der weitgehende Erhalt der feldsteingepflasterten Wirtschaftsflächen. Die Zugeständnisse an die heutige Wohnnutzung, z.B. in Form der verglasten Grot Dör oder verglaster Gefache an der Westseite des Hauptgebäudes, geben hinsichtlich Gestaltung und Detail keinen Anlass zu Kritik. Seinen besonderen Reiz erhält die Hofanlage durch den gut erhaltenen Eichenhain.


2004
Ansicht

Objekt: Umgenutztes Scheunengebäude

Standort: Göttien Nr. 9

Eigentümer: Heinrich Dörband, Hoheluftchaussee 153, 20253 Hamburg

Jury: Architekten Blaffert, Schmitz-Mohr, Weinhold, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Das ausgewählte und prämierte Objekt liegt im Rundling Göttien, zurückliegend auf sektoralem Grundstück. Es handelt sich um eine ehemalige Scheune, durch einen Verbindungsanbau an das dorfplatzseitige 4-Ständer-Haupthaus angeschlossen.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Das undatierte Gebäude (ca. 1835) befand sich in marodem und teilweise massiv unterfangenem Zustand, was zur Herstellung der Primärkonstruktion die Wiedereinfügung durchlaufender Wandstiele erforderlich machte. Dagegen war das konstruktive Gefüge des Daches hochgradig verwendbar. Teilausfachungen einer ursprünglich am gesamten Gebäude vorhandenen Lehmstakung waren noch vorhanden. Als Besonderheit ist auf der Hofseite im Traufbereich ein kleiner Dachüberstand, mittels kleiner Kopfbänder von den Stielen auskragend , angebracht gewesen. Diese Besonderheit wurde auch beibehalten.

    Im alten Grundriss war keine erkennbare Struktur mehr vorhanden, anhand von Stützenstellungen wurde der neue Grundriss konzipiert. Sämtliche ehemalige Stalltüren wurden als einfache Verglasungstüren mit außenseitigen, neuen Türen in einfacher Ausführung wiederhergestellt, zusätzliche Belichtungen als einfache Verglasungen in bestehenden Gefachen ergänzt. Alle Gefache wurden, wie im Altbestand nachweisbar, mit Lehmputz dem ursprünglichen Charakter wieder angepasst. Das Dach erhielt eine naturrote Pfannendeckung, der nicht ausgebaute Dachraum wurde mittels zurückhaltender Gauben für eine spätere Nutzung vorbereitet.


  3. Zusammenfassung
    Mit der prämierten Maßnahme wurde eines der denkmalpflegerischen „Sorgenkinder“ erhalten:
    Während, insbesondere in Rundlingen, die dorfplatzumgebenden Wohn-/Wirtschaftsgebäude instand gehalten werden, besteht für eine Vielzahl von Stall- und Scheunengebäuden kaum Bedarf und somit auch keine Nutzung. Bekannterweise ist jedoch ein Gebäude- bzw. Denkmalerhalt ohne jegliche Nutzung nicht dauerhaft zu gewährleisten. Somit wird mit dieser Auszeichnung insbesondere der Erhalt und das Erscheinungsbild als eine mit Lehm ausgefachte, ehemalige Scheune gewürdigt.

     

2003
Ansicht

Objekt: Sanierung und Umbau einer Hofanlage zu Wohnzwecken

Standort: Loge Nr. 1

Eigentümer: Prof. Dr. Klaus Hausmann

Jury: Architekten Blaffert, Schmitz-Mohr, Weinhold, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Der kleine Rundling Loge, 1 km östlich, 100 m abseits der B 493 in Richtung Woltersdorf gelegen, ist in der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1776 mit 4 Hofstellen bezeichnet, in der Verkoppelungskarte von 1823 dargestellt mit 6 Höfen. Bis heute hat sich hieran nichts geändert, lediglich das an der Zufahrt vom Dorfplatz zurückgelegene Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1823 noch dargestellt, ist nicht mehr vorhanden. Das Dorfbild hat in jüngerer Zeit kaum Nachbauten erfahren.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Die Hofanlage Nr. 1 ist bestanden mit einem Vierständer-Wohnwirtschaftsgebäude und mehreren im rückwärtigen Bereich rechtwinklig angeordneten Nebengebäuden, eine ansonsten typische große Scheune ist nicht vorhanden. Insbesondere der dorfplatzseitige Ziergiebel war in den Fachwerkhölzern im schlechten Zustand, einiges musste ausgetauscht werden, der Spruchbalken war hochgradig zerstört. Dieser wurde nach Abzeichnung der Schrift wieder in Schnitztechnik hergestellt. Die Ausfachungen erscheinen jetzt ohne Anstrich als altes Sichtmauerwerk. Die neuen Dacheindeckungen geben ohne Aufbauten die ruhigen Flächen wieder.

    Die Hofanlage wurde insgesamt farblich zurückhaltend behandelt, ein Nebengebäude beherbergt eine zweite Wohneinheit, während das Haupthaus seinen Wirtschaftsteil beibehalten hat.

  3. Aussenanlagen
    Begrüßenswert ist der Beibehalt überkommenen Baumbestandes. Das großflächige Eckgrundstück wirkt durch alten Obstbaumbestand in Verbindung mit Neupflanzungen als Streuobstwiese. Ein störender Maschendrahtzaun mit Betonpfählen wurde durch einen ortsbildgerechten Staketenzaun ersetzt.

  4. Zusammenfassung
    Die durchgeführten Maßnahmen entsprechen den Grundsätzen eines positiven Umganges mit historischer Bausubstanz. Lobenswert ist die Erhaltung der Gebäudecharaktere und die Behandlung der Aussenanlagen. Somit ist in zehn Jahren Bauzeit ein sehr positives Erscheinungsbild der Hofanlage entstanden.

     

2001
Ansicht

Objekt: Sanierung und Umbau einer Hofanlage für Wohnzwecke

Standort: Nienwalde, Dorfstr. 16 a

Eigentümer: Jaqueline Behrens

Jury: Architekten Blaffert, Schmitz-Mohr, Weinhold, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Nienwalde wird geprägt von einer breiten Dorfstraße, deren Bild bestimmt wird durch großen alten Eichenbestand, hinter dem sich reizvolle Hofanlagen teilweise verstecken.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Recht ungewöhnlich für den Landkreis sind die nach dem Brand von 1836 entstandenen und offenbar von der nahen Altmark beeinflussten Querdielenhäuser. Ein solches befindet sich auch auf dem Grundstück Nr. 16 a. Als Haupthaus weit zurückgesetzt schließt es die Hofanlage nach Nordwesten ab. Die senkrecht zur Straße angeordneten Nebengebäude befinden sich teilweise noch in der Sanierung. Der alte Eichenbestand gibt dem Grundstück sein typisches Gepräge.

    Das inzwischen sanierte Querdielenhaus öffnet sich mit seiner heute verglasten Grot Dör. Die gedeckt weißen Fensterrahmen mit den blauen Bekleidungen bilden einen reizvollen Kontrast zu den Ziegelausfachungen, die hier ein besonders reizvolles Farbenspiel der Steine aufweisen. Die großen ziegelgedeckten , durch keine Ausbauten gestörten Dachflächen verleihen dem Bauwerk die nötige Ruhe. Die auf der Rückseite befindlichen Fenster unter der Upkammer würden ihrer nachrangigen Bedeutung durch einen Verzicht auf die Blendrahmen und flächenbündige Ausführung allerdings eher gerecht werden.

    Der liebevollen Sanierung im Äußeren entspricht eine Innenausstattung, die u.a. mit ihren Dielenböden traditionelle Materialien aufnimmt.

  3. Aussenanlagen
    Etwas aufwändig gepflasterte Wege, deren Muster an einigen Stellen ruhig etwas zurückhaltender sein dürften, leiten den Besucher.

  4. Zusammenfassung
    Wenn die Hofstelle allein schon durch ihre besonders schöne Anlage einen starken Reiz erfährt, so gilt dies ebenso für die mit unwesentlichen Abstrichen vorbildhaft durchgeführte Sanierung.

     

2000
Ansicht

Objekt: Hofanlage

Standort: Weitsche Nr. 6

Eigentümer: Rolf Liebeneiner, Gartenweg 6, 21385 Amelinghausen

Jury: Architekten Blaffert, Schmitz-Mohr, Weinhold, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Das prämierte Hofgrundstück ist bestanden mit einem Zweiständer-Wohn-Wirtschaftsgebäude und drei weiteren Nebengebäuden.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Das dorfseitige Zweiständerhaus ist undatiert, stammt jedoch sicher aufgrund gleicher Giebelausführung wie die Nr. 4 und 5 aus dem Jahre 1716. Hierbei lässt sich, obwohl nicht durch Chronik belegt, an Brandersatzbauten denken. Das Gebäude enthält noch sein vollständiges Innengefüge, die Gefache sind mittels alter Steine instandgesetzt, die Belichtungsöffnungen denkmalgerecht erneuert. Derzeitig wäre nur eine Neueindeckung in Ziegeln wünschenswert.

    Im rückwärtigen Teil befindet sich eine Querscheune, undatiert, jedoch wohl aus dem 18. Jahrhundert stammend. Neben der vorbildlichen Holzgefügeinstandsetzung ist besonders die Lehmausfachung mit Stakung hervorzuheben. Seitlich der Querscheune steht ein Speicher als Holzrähmverzimmerung mit Ankerbalken. Auch dieses Gebäude wurde aus einem vormals maroden Zustand wieder vorbildlich instand gesetzt. Erbaut wurde der Speicher 1785. Entlang der westlichen Grundstücksgrenze liegt ein Stallgebäude, welches in seiner Erbauungszeit in das 19. Jahrhundert zu datieren ist. Auch dieses Stallgebäude wurde in seinem Habitus wiederhergestellt.

    Sämtliche Gebäude befinden sich noch in der Umbauphase. Mit bereits 1985 genehmigten Umnutzungen sind diese teilweise umgesetzt. Der planerische Umgang mit den Objekten ist denkmalgerecht, sowohl in den Grundrisslösungen als auch in der Aussenwirksamkeit. Nur eine verträgliche Neunutzung von Baudenkmalen lässt einen dauerhaften Erhalt erwarten.

  3. Zusammenfassung
    Die Jury lobt mit dieser Auszeichnung ausdrücklich das Engagement und die Ausdauer des Eigentümers. Neben einer fachgerechten Sanierung ist insbesondere die Verwendung historischer Beschläge (Türangeln, Kastenschlösser, Hespen) hervorzuheben. Durch unermüdlichen Einsatz des Eigentümers werden selten gewordene Gebäudetypen für die Nachwelt gerettet.

     

1999
Ansicht

Objekt: Hofanlage 

Standort: Wedderien Nr. 1 

Eigentümer: Irmgart Neckelmann, OT Wedderien Nr. 1, 29473 Göhrde

Jury: Architekten Blaffert, Schmitz-Mohr, Weinhold, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Bei der prämierten Hofanlage handelt es sich um einen Teil des ursprünglichen Ortes Wedderien.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Er besteht heute aus 2 historischen Hofanlagen, die in überzeugender Weise ihr Erscheinungsbild trotz veränderter Nutzung in fast musealer Weise erhalten haben.

    Einige Indizien sprechen dafür, dass es sich ursprünglich um einen Rundling handelte, eindeutige Belege existieren jedoch nicht. Das heutige Ortsbild zeigt die bereits in der Verkoppelungskarte von 1857 dargestellten zwei an einem Weg gegenüberliegenden Hofanlagen mit mehreren Nebengebäuden. Hof Nr. 2 hat durch einfühlsame Ernerung – Aus- und Umbau älterer Gebäude – sein heutiges Aussehen erhalten. Auf Hof Nr. 1 sind dagegen im 19. Jahrhundert noch großzügige Gebäude hinzugekommen. Der gute Erhaltungszustand, die ungewöhnlich solide Ausführung sowie die Verwendung von Hausteinsockeln und die Einfriedung mit einer Feldsteinmauer lassen sowohl auf eine ehemals florierende Wirtschaft als auch auf ein hohes Alter des Hofes schließen.

    Im Südwesten der Anlage befindet sich das auf den Grundmauern des Vorgängerbaues von 1768 errichtete Wohngebäude von 1951. Durch das Wiederaufgreifen prägender Merkmale und einfühlsamer Details ist das verhältnismäßig geringe Alter erst auf den zweiten Blick erkennbar.

    Als größtes Gebäude liegt ein 1862 erbautes Wohnwirtschaftsgebäude im Nordwesten der Anlage. Es handelt sich um einen langgestreckten Vierständer mit Vorschauer und beidseitigem Halbwalm. Weiterhin befinden sich auf dem Hof eine Längsdurchfahrtscheune mit weit herabgezogenem Satteldach und Reetdeckung und ebenfalls beidseitigem Halbwalm. Die Ausfachungen sind teils in Lehm, teils in Ziegelmauerwerk ausgeführt. Datiert wird das Gebäude auf die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es wurde im Jahre 1993 komplett saniert und weist wie die Mehrzahl der Gebäude einen hervorragenden Erhaltungszustand auf.

    Eine weitere Längsdurchfahrtsscheune aus dem 18. Jahrhundert befindet sich im Nordwesten der Anlage. Es handelt sich dabei um ein Ziegelfachwerkgebäude als Vierständerkonstruktion, Dach mit Reetdeckung und ebenfalls beidseitigem Halbwalm. Das ganze auf hohem Werksteinsockel. Außerdem gehören zur Anlage ein Stallgebäude (vermutlich Anfang 20. Jahrhundert) sowie ein vermutlich früher als Unterstand für Schafe genutztes Nebengebäude.

    Unterstützt wird das einheitliche Bild der Gesamtanlage durch das bereits erwähnte Wohnwirtschaftsgebäude im Nordwesten der Anlage, das sich mit seinen dahinter liegenden Nebengebäuden allerdings nicht im Eigentum der Preisträgerin befindet. Auch dort sind 1990 behutsam neue Nutzungen eingefügt worden, wobei allenfalls einzelne Elemente (Dreiecksgiebel, Außenkamin) verbesserungsfähig wären.

  3. Aussenanlagen
    Der Hof ist eingebettet in eine reizvolle landschaftliche Umgebung. Der Hofplatz selbst, heute begrünt, wird dominiert von einer mehrere 100 Jahre alten ungewöhnlich großen Eiche.

  4. Zusammenfassung
    Besonders positiv bewertet wird von der Jury das nahezu unverfälschte Erscheinungsbild der Hofanlage, das trotz großenteils veränderter Nutzung den Charakter der ursprünglichen Anlage in ausgezeichneter Weise dokumentiert. Dabei ist besonders hervorzuheben, dass selbst Gebäude die keiner oder einer untergeordneten Nutzung dienen, einen hervorragenden Erhaltungszustand aufweisen und so die Identifikation der Eigentümerin mit dem baulichen Erbe eindrucksvoll belegen.

1998
Ansicht

Objekt: Hofanlage

Standort: Zeetze Nr. 5

Eigentümer: Dr. Hinrich Kollenrott

Jury: Architekten Blaffert, Schmitz-Mohr, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Die Hofanlage liegt inmitten des kleinen, noch erkennbaren Rundlings.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Die Hofanlage bildet durch das dorfplatzseitige Wohnwirtschaftsgebäude mit anschließendem Backhaus und Ställen, sowie rückseitig querstehende Scheune mit weiteren Nebengebäuden, ein gut erhaltenes Gebäudeensemble.

    Durch einen an den Wirtschaftsgiebel angelehnten Anbau war die Hofanlage gestört. Das Entfernen des Bauteils hat die Hofanlage aufgewertet. Das Ensemble ist in seiner historisch gewachsenen Form weitgehend erhalten. Im Haupthaus und im Backhaus konnten bei der Sanierung alle Gebäudestrukturen erhalten werden. Fenster- und Türenerneuerungen sind historisch richtig angefertigt worden. Hervorzuheben ist die Beibehaltung der alten Dacheindeckung, die durch Umdeckung und Ergänzung gesichert werden konnte.

  3. Aussenanlagen
    In den Außenanlagen soll die umfangreiche alte Hofpflasterung wieder freigelegt werden. Die weiträumige Hoffläche soll durch eine Großgrünfläche gestaltet werden.

  4. Zusammenfassung
    Die bisherigen Baumaßnahmen zeigen einen positiven Umgang mit historischer Bausubstanz unter Beseitigung störender Bauelemente. Lobenswert ist die weitgehende Bewahrung des Gebäudecharakers und die Beschränkung auf wenige und traditionelle Baustoffe.

     

1997
Ansicht

Objekt: Zweiständer-Hallenhaus von 1709

Standort: Dambeck Nr. 7

Eigentümer: Ingo und Renate Wolter

Jury: Architekten Blaffert, Schmitz-Mohr, Weinhold, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Das Gebäude liegt im Osten des Ortes und orientiert sich giebelständig mit der „Grot Dör“ zur westlichen Dorfstraße. Die Erschließung des Grundstückes erfolgt ebenfalls von Westen mit einer Scheunendurchfahrt zur Feldmark.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Auf dem Grundstück steht neben dem Haupthaus, dem Zweiständerhaus ein Stallgebäude mit Backhaus, ein östliches Scheunengebäude sowie ein südlicher Viehstall. Der straßenorientierte Giebel des Haupthauses ist einfach gestaltet. Die ursprüngliche Gestaltung des Wirtschaftsteiles ist erhalten. Im Inneren sind viele ursprüngliche Teile erhalten bzw. ursprünglich wieder hergestellt. Das ehemalige Stallhaus wurde gekürzt und erhielt einen neuen Giebel.

  3. Aussenanlagen
    Die Außenanlagen sind in mühevoller Arbeit wieder zurückgebaut worden, sodass das alte Pflaster wieder zur Geltung kommt.

  4. Zusammenfassung
    Das historisch wertvolle Zweiständer-Fachwerkhaus von 1709 hat durch den behutsamen Ausbau nur geringe äußere Veränderungen erfahren.

    Die Bauherren und die Architekten lieferten ein Zeugnis dafür ab, dass eine Umnutzung zu Wohnzwecken unter Beibehaltung der ursprünglichen Substanz möglich ist.

    Insbesondere ist lobend hervorzuheben, dass die Dachfläche nicht durch Gauben oder Dachfenster beeinträchtigt wurde. Die Farbgebung der Fensterbekleidung ist zu kritisieren.

     

1996
Ansicht

Objekt: Umbau und Umnutzung eine Scheune

Standort: Schreyahn Nr. 14 A

Eigentümer: Bodo Olm

Jury: Architekten Blaffert, Schmitz-Mohr, Weinhold, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Das Gebäude steht in zweiter Reihe innerhalb des Rundlings, entsprechend seiner ursprünglichen Funktion als Scheune.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Die Gestaltung zeigt vorbildlich, wenn auch nicht unproblematisch, die zeitgemäße sinnvolle Nutzungsänderung unter Beibehaltung des Erscheinungsbildes.

    Die Grot Dör zeigt mit der großflächigen Verglasung die schon fast „klassisch“ zu bezeichnende Umgestaltung für eine Umnutzung des Inneren. Die jeweils links und rechts unmittelbar anschließenden Türen sind in ihrer ursprünglichen Bedeutung nicht eindeutig zu klären. Auf den Einbau aufwendiger Fenster an den Traufseiten wurde verzichtet. Dies zu Gunsten schlichter Lösungen, die mehr als Gefachverglasungen bezeichnet werden können. Sie könnten zukünftig eine Standartlösung darstellen. Die passende Farbgebung unterstreicht die Zurückhaltung.

  3. Aussenanlagen
    Die Gestaltung des Äußeren ist mit der sparsamen Spurbahnenausbildung eine gute Lösung um großflächige Pflasterungen zu vermeiden, wenn sie nicht das ursprüngliche Natursteinpflaster darstellen.

  4. Zusammenfassung
    Besonders erfreulich ist, dass sich eine weitere Generation der Familie auf dem Hofgrundstück niedergelassen hat. Das bereits mehrfach durch Prämierungen ausgezeichnete Ortsbild Schreyahns hat eine neue gute Ergänzung erfahren.

     

1995

 

 

Objekt: Umbau Stallgebäude

Standort: Bösel, Hauptstraße 8

Eigentümer: Ernst-Albert Beyer

Jury: Architekten Blaffert, Schmitz-Mohr, Weinhold, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Umbau eines Stallgebäudes zu Ferienwohnungen in Bösel, Hauptstraße 8

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Der Strukturwandel in der Landwirtschaft verändert auch das äußere Bild unserer Dörfe und Höfe. Es wird begrüßt und unterstützt, wenn Eigentümer in gesunder Bausubstanz neue Nutzungen schaffen. Bei Beibehaltung des Erscheinungsbildes wurde hier eine neue Nutzung als Ferienwohnungen ausgebildet.

    Die 3 Wohneinheiten besitzen jeweils einen eigenen Eingang. Sie nutzen auch das ehemalige Speichergeschoß. Ein zwischenzeitlich verloren gegangener Zwerchgiebel wurde nach akten Vorlagen wieder hergestellt.

    Der alte rote Ziegel der Außenwände, die nach außen aufschlagenden Sprossenfenster mit grau-weißen Holzrahmen und das rote Ziegeldach bestimmen das Erscheinungsbild.

  3. Zusammenfassung
    Dieses Bild entspricht dem Gesamteindruck der Hofanlage, deren Hauptgebäude 1904 errichtet, eine reich gegliederte Fassade zeigt.

1994
Ansicht

Objekt: Zweiständerhallenhaus von 1719

Standort: Jameln, Bahnhofstr. 1

Eigentümer: Christian Behning und Henriette Dufresne

Jury: Architekten Blaffert, Schmitz-Mohr, Weinhold, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Das Gebäude steht an der Zufahrt zum Rundling und orientiert sich mit seinem Giebel zum Dorfplatz. Auf dem Grundstück steht noch ein ehemaliges Scheunengebäude, das zu Wohnzwecken umgestaltet wurde.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Das Hauptgebäude hat stark unter Witterungseinflüssen gelitten und musste zeitraubend saniert werden. Weitere Maßnahmen sind in Vorbereitung. Insbesondere musste das Reetdach vollständig erneuert werden. Die Ausfachung des relativ großteiligen Eichenfachwerkes ist in alten roten Steinen erfolgt. Am östlichen Giebel ist noch eine Lehmausfachung erhalten geblieben. Das Innere des Gebäudes ist weitgehend im Originalzustand erhalten. Dazu gehört auch die offene Herdstelle, die für die neue Nutzung als Restaurant, als Grillplatz genutzt wird.

  3. Aussenanlagen
    Die begrenzt vorhandenen Außenflächen sind für den Restaurantbetrieb genutzt und sind angepasst gestaltet. Die alte Grot-Dör-Zufahrt ist erhalten.

  4. Zusammenfassung
    Wesentlich und lobenswert ist die Tatsache, dass hier in ein niedersächsisches 2-Ständer-Hallenhaus mit nur wenigen, aber angepassten Eingriffen, eine attraktive Gaststätte geschaffen wurde. Die Anlage stellt so etwas wie ein Musterbeispiel dar.

     

1993
Ansicht

Objekt: Umbau des Gemeindehauses

Standort: Küsten

Eigentümer: Gemeinde Küsten

Jury: Architekten Blaffert, Schmitz-Mohr, Weinhold, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Das im Ortskern von Küsten in unmittelbarer Nähe der Kirche und des Rundlingsplatzes gelegene alte Pfarrhaus beherbergte bereits seit einigen Jahren Räume für eine Kindergruppe und für die Gemeinde. Im Zuge früherer Umbaumaßnahmen waren die ursprünglichen Sprossenfenster durch Einscheibenfenster mit Kämpfern ersetzt worden und als das Äußere wesentlich verändernde Maßnahme war die alte Grot Dör entfernt, die ursprüngliche Öffnung verkleinert und mit einem Segmentbogenfenster verschlossen worden.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Der im Jahre 1992 durchgeführte Umbau nahm sich dieser Veränderungen gezielt an. Zunächst wurden im Inneren – bei Erhaltung des statischen Gefüges – die Raumnutzungen verändert. Der bisher an der Nordseite gelegene Kindergruppenraum wurde an die Südseite verlegt, der Gemeinderaum an die Nordseite, das früher als Wohnung genutzte Obergeschoss erhielt weitere Räume für die Gemeindearbeit. Die gesamten Sanitäranlagen wurden erneuert und der im Erdgeschoss gelegene Gemeinderaum erhielt eine Küche.

    Trotz der veränderten Nutzungen hat das alte Pfarrhaus dank der behutsamen Sanierung seinen Charakter erhalten. Am Äußeren wurde nicht nur die GrotDör durch Entfernen der späteren Zubauten und Ersetzen fehlender Elemente wieder hergestellt und durch ein großzügiges Glas-Schiebeelement verschlossen, sondern die Fenster am gesamten Gebäude erhielten wieder die für die Maßstabsbestimmung wichtige Sprossenteilung. Auf den hellen Gefachen zeichnet sich das wohl proportionierte dunkelbraune Fachwerk ab. Das zur Straßenseite lediglich durch den Zwerchgiebel über dem Eingang unterbrochene Dach aus roten Tonhohlpfannen unterstreicht die harmonische Einheit. Ein blaugrauer Farbton, behutsam an der Eingangstür, Gesimsen, Grot Dör und Blendrahmen der Fenster eingesetzt, verleiht dem Äußeren einen freundlichen Charakter.

  3. Aussenanlagen
    Die ursprüngliche Einfriedung, bestehend aus hell verputzten Mauerwerkspfeilern mit unterschiedlich hohem Sockel und dazwischen gehängtem dunkelbraunem Holzstaketenzaun, bildet den notwendigen Abschluss zum Straßenraum.

    Der Hof selbst zwischen Haupt- und Nebengebäuden ist teils mit Feldsteinpflaster, teils mit rotem Ziegelpflaster belegt. Unmittelbar vor der Grot Dör befinden sich einige größere Steinplatten, die diesen Bereich durch das Zusammentreffen der 3 unterschiedlichen Oberflächenbefestigungen etwas unruhig erscheinen lassen.

  4. Zusammenfassung
    Das Gebäude ist beispielhaft gerade durch seine Unaufdringlichkeit hinsichtlich der Gestaltung, der Materialien, der Farben und sonstigen Zutaten. Der Bauherr, die Gemeinde Küsten und der Architekt liefern ein beredtes Zeugnis dafür ab, dass unsere historischen Bauten nicht nur einen charakteristischen Rahmen für eine Vielzahl neuer Nutzungen geben können, sondern darüber hinaus hinsichtlich Anforderungen an Technik und Komfort keine unvertretbaren Kompromisse erfordern, wenn mit Ideenreichtum und Einfühlsamkeit gearbeitet wird.

     

1992
Ansicht

Objekt: Hofanlage von 1852

Standort: Breselenz

Eigentümer: Pöhner

Jury: Architekten Blaffert, Schmitz-Mohr, Weinhold, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Das Hofgrundstück liegt am nördlichen Ortsrandbereich an der Straße nach Norden führend (Riemannstr. 5). Es wird südlich begrenzt durch den Jamelner Mühlenbach. Das Haupthaus orientiert sich mit seiner Grot Dör nach Osten. Im Südwest- und Westbereich wird die relativ kleine Hofanlage begrenzt durch ein winkeliges, massives Stallgebäude. Der kleine Hof erhält seinen Reiz durch die unmittelbare Uferlage am Mühlenbach und die Gruppierung der Nebengebäude.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Die Dachflächen bestehen aus der erhaltenen alten Pfannendeckung mit der typischen und angenehmen Alterungsfärbung. Die ruhigen Flächen sind nicht gestört durch Öffnungen und Aufbauten.

    Es handelt sich um einen nur mittelgroßen Vierständer. Die Außenwände zeigen ein normales, auch im Giebel nicht enger werdendes Fachwerkraster. Die alten Ausmauerungen sind erhalten worden, wo nötig, behutsam instandgesetzt. Notwendige durch neue Hölzer ergänzte Fachwerkteile sind in der Oberfläche farblich dunkel angepasst worden. Eine hofseitige vollständige Verkleidung des Wohngiebels wurde entfernt, das darunter befindliche Fachwerk wieder hergerichtet.

    Die Fenster sind aus Holz gefertigt und weiß gestrichen. Sie zeigen die ursprünglichen Proportionen. Die Haustür in der Traufseite ist liebevoll instand gesetzt worden, eine Küchentür im Wohngiebel neu, jedoch typgerecht gefertigt.

    Die Grot Dör ist ursprünglich erhalten, die gesamte Außenfarbgebung ist richtig und zurückhaltend ausgeführt.

  3. Aussenanlagen
    Die Hofflächen sind vorbildlich mit Feldsteinen gepflastert. Die Uferzone zum Mühlenbach wurde naturnah erhalten.

    Zur Straße wird das Grundstück begrenzt mit einem Steinwall, naturnah bepflanzt und einem Holzhoftor. Vor dem Grot-Dör-Giebel sind zwei Linden als Hausbäume gepflanzt. Erfreulich sind der erhaltene Weinstock und die Begrünung des Stallgiebels.

  4. Zusammenfassung
    Die Prämierung dieser Hofanlage soll die Bemühungen würdigen, mit zurückhaltenden Mitteln eine Instandsetzung durchzuführen, die des weiteren auch einfühlsam Hofgestaltung, Anpflanzungen und Hausbegrünung in das Gesamterscheinungsbild einbezieht. Sehr zu begrüßen ist auch die Beibehaltung der Raum- und Konstruktionsstrukturen des Haupthauses und die sinnvolle Nutzung und Wiederherstellung der Stallgebäude.

     

1991
Ansicht

Objekt: Altes Pfarrhaus

Standort: Krummasel Nr. 22

Eigentümer: Dr. Friedrich Pütz, Berlin

Jury: Architekten Pompl, Schmitz-Mohr, Weinhold, Witt



  1. Lage und Erschließung
    Das Grundstück liegt im westlichen Teil des Dorfes Krummasel in unmittelbarer Nachbarschaft zur Backsteinkirche und prägt mit seinem 2-geschossigen Baukörper und dem Krüppelwalmdach sowie dem westlichen Stallanbau den Dorfrand. Der Haupteingang befindet sich an der südlichen Traufseite.

  2. Erscheinungsbild und Nutzung
    Auf dem Grundstück befinden sich insgesamt 3 Gebäude bzw. Gebäudeteile, die wie folgt genutzt werden:
    Im Osten das 2-geschossige Pastoratsgebäude mit seinem Eichensteinfachwerk und dem mit Ziegel-Hohlpfannen eingedeckten Walmdach.
    Der westliche 1-geschossige Anbau beinhaltet den Stall- und Tennenteil.
    Im Süd-Westen des Grundstücks befindet sich ein 1-geschossiges Fachwerkgebäude, welches als Remise bzw. als Garage genutzt wird.

    Das Hauptgebäude ist ein zweigeschossiges Fachwerkgebäude, welches etwa 1870 errichtet wurde. Beide Giebelseiten weisen Krüppelwalmflächen auf. Das Satteldach ist mit Tonhohlpfannen gedeckt und weist eine leichte Patina auf. Beide Gebäudelängsseiten zeigen ein ruhig gegliedertes Fachwerk, wobei die Westseite einen Farbanstrich besitzt und die Giebelseiten ebenso wie die Nordseite in natürlichem Ziegelrot erscheinen.

    In der Südseite befindet sich der Hauptzugang, welcher durch einen kleinen Holzgiebel und Rundholzstützen protalartig betont ist.

    Die im Jahre 1982 erneuerten Fenster sind aus Holz gefertigt, weiß gestrichen und zeigen im wesentlichen die ursprünglichen Proportionen, die lediglich durch die Isolierverglasung geringfügig verändert wurde.

    Das Gebäude wies in seinem Ursprung folgende Nutzung auf:
    Im Erdgeschoss befand sich ein Konfirmandenraum, eine Waschküche sowie ein Schlaf- und Wohnraum mit Nebenräumen im Ostgiebel. Das gesamte Obergeschoss beinhaltete die Wohnungen der ehemaligen Pfarrstelle bestehend aus 7 Zimmern. Im Rahmen der 1982 durchgeführten Modernisierung bzw. Sanierung wurde die Raumnutzung in beiden Geschossen teilweise verändert und dem heutigen Standard angepasst. Im Erdgeschoss befindet sich die Wohnung des Eigentümers, im Obergeschoss zwei weitere separate Wohneinheiten.

  3. Aussenanlagen
    Das Gelände wird im Osten und Süden von einem ortstypischen Holzstaketenzaun eingefasst.

  4. Zusammenfassung
    Wesentlicher Aspekt für die Auswahl gerade dieses Gebäudes im Rahmen der diesjährigen Prämierung war das ruhige und zurückhaltende Erscheinungsbild der Gesamtanlage. Hier wurde mit einem maßvollen und eher bescheidenen Kapitaleinsatz die Struktur der Gesamtanlage gewahrt und behutsam erneuert. Lediglich bei den relativ hohen Fenstern wäre es ratsam gewesen, ein sogenanntes Mittelkämpferfenster einzubauen, welches dann grundsätzlich mit nach außen aufschlagenden Drehflügeln auszustatten wäre. Sowohl die zurückhaltende Farbgebung der Südseite als auch vor allem der Bereich des Haupteinganges fügen sich harmonisch dem Gesamtkonzept ein.

    Das Großgrün datiert im wesentlichen aus der Entstehenszeit des Gebäudes und prägt sowohl die Freiflächen als auch den Ortsrand. Büsche und Ziersträucher in bescheidenem Umfang ergänzen die Außenanlagen.

    Die im Jahre 1982 durchgeführte Sanierung und teilweise Umnutzung ist ein beachtenswertes Beispiel für eine angemessene, dem Charakter des Gebäudes sich behutsam unterordnende Anpassung an heutige Lebensgewohnheiten.

     

1990

Dorfgemeinschaftshaus Schreyahn


1989

Quickborn, Helmut Wiesner
Kosackenberg 3
1988

Diahren Nr. 4, Stegemann
1987

Langendorf
Haus Patzke
1986

1986 Rundlingstag in Diahren
Erstmalige Verleihung einer Auszeichnung für vorbildliche Instandsetzungsmaßnahmen
Diese Plakette wird in den Folgejahren jeweils an den Rundlingstagen verliehen.









Objekt: Das ehemalige Schulhaus in Prezier (Lemgow)
Eigentümer: Axel Thimm
Ortsbesichtigung durch die Jury am 10.07.1986

Bewertung des Objekts
Das Hausgrundstück liegt im Eingangsbereich des Dorfes - außerhalb des Rundlings. Dieser Standort entspricht der ursprünglichen Nutzung des Hauses als Dorfschule.
Das Gebäude ist ein Vierständerbau mit der Grot Dör im Straßengiebel.
Die gesamte Anlage fällt auf durch eine angenehme Zurückhaltung in der Gestaltung der Gebäude-EIemente wie  auch der Außenanlagen.
Das Satteldach mit Krüppelwalmen ist mit Tonziegel-HohIpfannen gedeckt, die eine schöne Patina bekommen haben. Jede Pfanne zeigt in ihrer individuellen Färbung die speziellen Bedingungen ihrer Herstellung und ihres langjährigen Einsatzortes in der Dachfläche. Die Belichtung und Belüftung der Dachraums erfolgt durch kleine Dachluken, große Dachflächenfester wurden nicht eingesetzt.
Die Außenwände zeigen Eichenholz-Ziegelfachwerk. Die Ziegelfelder sind weiß, die Holzbalken in einem blau-grauen Farbton gestrichen. Diese beiden Farbtöne sind konsequent eingesetzt worden. Mauerflächen, auch die des Nebengebäudes, wurden weiß, sämtliche Holzteile mit dem grauen Farbton behandelt, der auf die Farbe des Schieferbehangs am gartenseitigen Giebel abgestimmt wurde.
(Empfehlung: Der weiße Farbton ist zu weiß, zu hell, zu künstlich. Eine Abtönung in Richtung auf einen lehmigen Ockerton ist wünschenswert. Auch sollten die Holzbalken nicht deckend gestrichen werden. Die Farbe wird sich ablösen, da das Holz atmen will. Der Grauton ist auch durch eine entsprechend abgetönte Lasur erreichbar.)
Die Fenster sind aus Holz gefertigt, zeigen die ursprünglichen Proportionen mit Kämpfer und Sprossen und sind weiß gestrichen. Teilweise sind grau gestrichene Zierbekleidungen vorhanden, die die Rolläden-Kästen geschickt kaschieren.
Beleuchtung braucht das Grundstück nicht viel, da die Straßenlampen Licht geben. Die schlichte moderne Leuchte neben der Eingangstür ist angenehm unprätenziös.
14.07.1986
E. Witt



Zwei Fotos von 1979 (vor der Instandsetzung)