Der jährliche Rundlingstag

   
Der Rundlingsverein veranstaltet jedes Jahr im Spätsommer oder Herbst einen Rundlingstag.  Dabei findet in einem Rundling im Wendland eine öffentliche Versammlung mit aktuellen Vorträgen statt und anschließend werden bei einer Exkursion sehenswerte Anlagen besichtigt.
An diesem Tag wird auch die Auszeichnung für vorbildliche Sanierung von
denkmalgeschützten Gebäuden in den Rundlingen des Wendlandes vergeben.
Am Vormittag wird die Jahreshauptversammlung des Vereins durchgeführt.
 
 
Rundlingstag 2011

Der Rundlingstag 2011

fand am 10. September in Kriwitz im Gasthaus Klipp statt.





Öffentliche Mitgliederversammlung

Aus dem Bericht des Vorstands:

Beim letzten Rundlingstag in Jameln wurde als Thema für heute von Ellen Akca "Die Geschichte der Dorfschulen" vorgeschlagen. In der Zwischenzeit hat sich zur Vorbereitung eine rege Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Wendland entwickelt.

Bei der Jahresmitgliederversammlung 2010 konnte niemand für den Posten des 1.Vorsitzenden gewonnen werden. Der Verein wird weiterhin kommissarisch durch den 2. Vorsitzenden Knut Hose vertreten. Es gibt in dieser Hinsicht noch keine Aussicht auf Änderung. Dies ist auch Ausdruck dafür, dass der Rundlingsverein spätestens seit der Übergabe des Museums an die EWT seine ursprünglichen Aufgaben als erfüllt betrachtet und noch kein eigenständiges neues Profil entwickelt hat.

Die Mitglieder des Vorstands sehen durchaus in der Fortführung des Vereins, der sich über Jahrzehnte mit umfangreichen Leistungen für den Erhalt der Rundlingslandschaft verdient gemacht hat, eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sie sehen aber auch, das zahlreiche Themen, die früher unter dem Dach des RV bearbeitet wurden, von anderen Gruppen und Institutionen wahrgenommen werden. Die Vorstandsmitglieder und viele weitere Vereinsmitglieder sind auf verschiedenen Ebenen auch in anderen Vereinen und Arbeitsgruppen tätig, deren Fokus sich auf überschneidende und ähnliche Themen richtet. Insofern konnte die vor einigen Jahren angestrebte Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, AGs und Initiativen verwirklicht werden, wobei der Rundlingsverein nicht bei allen Aktivitäten in den Vordergrund gerückt wurde.

Bei den monatlichen Vorstandssitzungen stand als Hauptaufgabe weiterhin die Unterstützung des Museums im Mittelpunkt. So fand ein Vorstandstreffen zur Situation des Rundlingsmuseums in Lübeln statt. Es wurde beschlossen, Sitzmöbel für die Außenanlage und Material für die teilweise Einfriedung der Streuobstwiese zu finanzieren. Die informativ gestalteten Gärten wurden besonders anerkannt und für das nächste Frühjahr wurde ein Zuschuss für die Gartenanlagen in Aussicht gestellt.

Leider konnte ein überraschend aufgetretenes Problem nicht gelöst werden. Die wertvolle pädagogische Arbeit im Museum wurde am Beginn der Sommersaison abgebrochen. Die Bemühungen um neue Finanzierungspartner waren erfolglos und Uli Koch verließ den Landkreis.

Für den Handwerkertag, angeregt und mitorganisiert von Norbert Distler, hatte der Rundlingsverein eine beschränkte Defizitdeckung zugesagt.

Der Vorstand traf sich auch zu einer Sitzung in Göhrde, um sich über das neue Konzept des Naturum zu informieren.

Das Lager der Bücher und Poster des Vereins wurde nach Jameln verlegt und Michael Kablitz übernahm den Verkauf, der insgesamt gern von einer weiteren Person forciert werden darf. Ein Ansatz dazu war ein Bücher- und Infostand des Rundlingsvereins in Dünsche am Tag der Herausgabe einer Briefmarke mit dem Dünscher Dreiständerhaus von 1734.

Die Fotodatenbank im Internet (www.wendland-archiv.de) enthält jetzt 1350 Fotos von Mitgliedern des Rundlingsvereins. Auch die Vereinswebsite www.rundlingsverein.de wird aktualisiert, wenn es Neues zu berichten gibt.

 

Es liegen auch einige Filme aus den 50er und 60er Jahren vor, die das Dorfleben dokumentieren und die für digitale Medien aufbereitet wurden oder noch werden. In diesem Zusammenhang gibt es eine Frage an unsere langjährigen Mitglieder. Aus der Vereinschronik geht hervor, das der Verein in den Jahren 1979 und 1994 professionelle Filme über die Rundlinge initiiert und finanziert hat. Auch wurden Filme von Lüchower Schülern prämiert. Wer weiß, wo es noch Kopien dieser Filme gibt?

Das schon länger geplante Projekt einer GPS-Rundlingstour, für das eine Geldspende zur Verfügung steht, erhielt eine neue, positive Perspektive. Zunächst hatten Vorstandsmitglieder in Zusammenarbeit mit Norbert Distler einen Tourenvorschlag zusammengestellt und abgeradelt. Es ergab sich dann ein Kontakt zum Gymnasium Lüchow, wo solche Projekte schon mit Schülern durchgeführt werden. Eine Zusammenarbeit wurde aufgenommen. Der Vorstand hält die auf diese Weise mögliche Einbeziehung von Jugendlichen für einen hervorragend passenden Schritt, da sich das Projekt mit der zeitgemäßen Technik besonders an Jugendliche und junge Familien als Nutzergruppen wenden soll.

Durch die Initiative zur Anerkennung der Rundlingslandschaft als Weltkulturerbe erhält alles das, was der Rundlingsverein zusammen mit vielen anderen Kräften geleistet hat, eine neue hohe Stufe der Wertschätzung. Die vorgesehene Gründung eines Vereins zur Unterstützung dieser Bewerbung hat im Vorstand die Frage aufgeworfen, ob nicht der Rundlingsverein für diese Aufgabe prädestiniert wäre. Die notwendige Beschränkung des Antrags auf einige wenige Dörfer wäre zunächst nicht im Sinne der Gründungsväter des Rundlingsvereins. Der RV könnte jedoch dafür Sorge tragen, dass die Rundlingslandschaft insgesamt mit allen dazugehörigen Dörfern weiterhin Wertschätzung erhält und im Bewusstsein bleibt. Dies soll auch durch die Wahl des diesjährigen Tagungsortes betont werden.



Nach der Entlastung des Vorstands wurde die

Auszeichnung für vorbildliche Gebäudesanierung

an Maren und Jonas Niemann in Schweskau verliehen. Das prämierte Haus, die ehemalige Schule in Schweskau, wurde am Nachmittag von den Teilnehmern des Rundlingstags besichtigt. (mehr ...)




 

Vorträge

Burghard Kulow: Kurzer Überblick über die Anzahl und Lage der
Dorfschulen in früheren Jahrhunderten

 

Schulstandorte um 1910

 

Burghard Kulow stellte dar, dass ein flächendeckendes Schulsystem schon vor der überlieferten "Dannenberger Schulordung" 1687 eingerichtet war und nicht nur aus Reiheschulen bestand. Auch zahlreiche dauerhafte Schulräume können schon frühzeitig nachgewiesen werden.

Mehr über die vermittelten Inhalte erfuhren die Teilnehmer im ausführlichen Vortrag von
Ellen Akca:
Die Schule in Weitsche im Spiegel der Chronik, des (Strafen-)Anschreibebuchs, der Visitationsberichte und weiterer Schriften im Kirchenarchiv


Zum Ausdruck kamen die schwierigen Lebensumstände der Dorfschullehrer im 19. Jahrhundert, geprägt durch die Aufsicht der Kirche und die geringe Bereitschaft der Bauern, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
Was am Beispiel der Schule in Weitsche aufgezeigt wurde, kann als typisch auch für alle anderen Dorfschulen angesehen werden.



Das ehemalige Schulhaus in Weitsche.

Nach der Mittagspause stand zunächst das wohl älteste erhltene Schulgebäude im Landkreis Lüchow-Dannenberg im Mittelpunkt.

 

Martina Ehlert:
Das ganz alte Schulgebäude in Plate

  

 

Martina Ehlert berichtete über Recherchen zum Alter des Gebäudes, das aus alten Urkunden und Chroniken nicht ganz eindeutig hervorgeht. Ihr Fazit:
Das noch bestehende Gebäude wurde 1725 gebaut.
Aber schon 1629 hat es ein Schulgebäude gegeben, das vielleicht an anderer Stelle gestanden hat.


Eberhard Jacobshagen:
Schule in den Wustrower Kirchenbüchern

Eberhard Jacobshagen zeigte zahlreiche Originaldokumente und las die daraus ersichtlichen Details über das Schulwesen um 1800 vor.



Die anschließende Exkursion führte nach Schweskau zum prämierten ehemaligen Schulhaus.
Bericht

Rundlingstag 2010

Rundlingstag 2010

Protokoll des Rundlingstages mit der öffentlichen Mitgliederversammlung
am 11. September 2010 im Café Grappenkopp in Jameln

 
Tagesordnung
1. Begrüßung und Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung
2. Bericht des Vorstandes
3. Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses 2009
4. Entlastung des Vorstandes
5. Vorstandswahlen
6. Verschiedenes 


1.    Der Vorsitzende Knut Hose begrüßte die Anwesenden und stellte die  ordnungsgemäße Ladung fest. Vom Vorstand fehlen Herr Grote, Herr Timm und Herr Weinhold.

2.    Bericht des Vorstandes:
Der Vorsitz ist immer noch vakant. Es wird dringend eine geeignete Person für diese Position  gesucht. Knut Hose erklärt sich bereit, dieses Amt für ein weiteres Jahr kommissarisch zu übernehmen.
Den Museumsbetrieb wirklich unter musealen Ansprüchen aufrecht zu erhalten,
erscheint unter den waltenden finanziellen Bedingungen fast unmöglich. Hier sollten noch mal Versuche unternommen werden, dem Rundlingsmuseum  eine bessere Finanzierungsgrundlage zu verschaffen.
Die Erhaltung der Bausubstanz im Bereich der Rundlinge ist als relativ gut zu bezeichnen.
Damit haben sich die Absichten des Rundlingsvereins zu großen teilen erfüllt.
Es wurde an etliche verstorbene Mitglieder erinnert, namentlich herausgehoben wurden die Herren Müller-Heidelberg und Friedrich Lange.
Ulrike Kohl gab einen kurzen Abriss ihrer Tätigkeit im Rahmen der Museumspädagogik: 
8 Jahre Tätigkeit im Museum als Museumspäd. über EWT und RV, aktuell jetzt unter Trägerschaft des NABU. Kurzer Abriss ihrer Tätigkeit.
Die Fotodatenbank entstand aus Fotosammlung Köneke, seitdem wurde sie ständig erweitert durch Aktivitäten von B. Kulow, P. Bröcker, A.Greenwood.
Die EJZ-Serie mit alten Fotos erhält eine breite und positive Resonanz.
Die Website des RV wird gut nachgefragt, Burghard Kulow stellt sie vor und erklärt Benutzung.
Eine Aufräumaktion im Museum hat stattgefunden. Nur RV-Eigentum wurde gesichtet und sortiert,  wirklich nur mehrfach vorhandene oder eindeutig unbrauchbare  Exponate wurden veräußert oder aussortiert. Begleitend fand eine Göpelvorführung statt.
Die Lagermöglichkeiten für größere Exponate des RV in Lübeln sind gekündigt worden, daher musste ein Umzug in ein neues Domizil stattfinden. Statt Mietzins sind Arbeitsleistungen zu erbringen. Die  Lagerbedingungen verbessern sich gegenüber dem vorherigen Zustand, da die Räumlichkeiten sehr luftig und trocken sind.
Als Nachtrag zum dem Beitrag von U. Kohl wurde kurz dieVereinbarung zwischen RV und  NABU hinsichtlich der Beschäftigung von U. Kohl dargestellt.
Ansonsten kann der Vorstand z.Zt. nur die Aufrechterhaltung des Tagesgeschäftes leisten, Kapazitäten für "große Visionen" sind daher nicht vorhanden,  trotzdem gibt es auch weiterhin wichtige Aktivitäten:
Briefmarke mit Haus in Dünsche, am 07. Oktober Ersttagsausgabe in Dünsche.
Ausblick: GPS-gestützte Radtour durch die Rundlingslandschaft. Statt  gesonderter Geräte soll auf beim Nutzer vorhandene Geräte (Navi u. Handy) gesetzt werden. Norbert Distler hat Vorschläge für Radtouren erarbeitet. Zusammenarbeit mit Besucher-Lenkungs-Konzept soll laut Appels überarbeitet werden.

3.   H. Hermann Breuer stellt den Kassenbestand dar. Die durch die Einnahmen aus dem museumspädagogischen Programm erwirtschafteten Überschüsse werden in den nächsten beiden Jahren wieder für die Unterstützung des Kinderprogramms unter der Trägerschaft des NABU verwendet.
Die Kassenprüfung hat am Donnerstag, 09.09.2010 durch Herrn Dörband und Herrn Liebeneiner stattgefunden. Die Kasse wurde vorbildlich geführt, Herr Liebeneiner beantragt die Entlastung.

4.   Es wurde über die Entlastung des Vorstandes und der Kassenführung  abgestimmt, die Entlastung erfolgte einstimmig. 
 
5.   B. Kulow wird einstimmig in den Vorstand gewählt und nimmt die Wahl an. 

6.   N. Distler schlägt vor, Rundlingsverein und IGB zu vereinigen. Einwände, da eine überregionale Vereinigung nicht mit einem lokalen Verein fusionieren kann. K. Hose favorisiert eher eine verstärkte Zusammenarbeit mit den anderen lokalen Akteuren.
U. Kohl regt an, bevorzugt Kurse für Erwachsene im Museum durchzuführen.

 
     Der Vorsitzende schließt die Mitgliederversammlung.

Vorbildliche Gebäudesanierung
     Im Anschluss an die Mitgliederversammlung fand die Verleihung der Auszeichnung für vorbildliche Gebäudesanierung an G. Kühn, Diahren statt. K. Hose stellte die Kriterien für die Vergabe dieses Preises dar, der Vortrag  wurde durch Bilder zum gewürdigten Gebäude ergänzt. (mehr ....)

Exkursion

Gegen 14.30 Uhr führte eine Exkursion mit Erläuterungen von Gerd Gebert in den ehemaligen Park der Familie Grote, der Ende des 18. Jahrhunderts angelegt wurde. An dieser Exkursionen nahmen auch zahlreiche Gäste teil.




In früheren Jahrhunderten haben die Grafen Grote in der ausgedehnten Parklandschaft zahlreiche exotische Bäume und Sträucher aus aller Welt angepflanzt.


 
Der viel beachtete Rundling Breese im Bruche beeindruckt, weil hier die klassischen Typen des Niederdeutschen Hallenhauses nebeneinander und in prächtig erhaltenem Zustand stehen.
Von links: Zweiständer-, Vierständer- und Dreiständerhaus.
Rundlingstag 2009 in Schnega

Der Rundlingstag 2009
fand
am 12. September im Dörfergemeinschaftshaus in Schnega statt.

Nach der formalen Jahreshauptversammlung, bei der eine Umbesetzung des Vorstands jedoch ohne 1. Vorsitzenden entschieden wurde (siehe Vorstand), gab der runde "Geburtstag" des Vereins den Anlass für einen Vortrag.

Zum 40jährigen Jubiläum des Rundlingsvereins hielt Gründungsmitglied Norbert Distler einen Vortrag über die Geschichte des Vereins. (Siehe dazu Vereinsgeschichte.)
Für das Mittagessen hatte das Vorstandsmitglied Frau Karin Meyer-Kirstein ein wendländisches Wildgulasch sowie ein jahreszeitliches Dessert vorbereitet.

Anschließend stellte die Fotoarchiv-Gruppe des Rundlingsvereins die Ergebnisse Ihrer Arbeit seit dem letzten Rundlingstag vor. (Siehe dazu Vereinsaktivitäten.)


Die Exkursion führte zur Wassermühle in Schnega, die zuvor die Auszeichnung für vorbildliche Sanierung erhalten hatte. Sowohl das sehr aufwändig restaurierte Gebäude als auch die komplette Instandsetzung der Mühlentechink bis hin zur Wasserturbine konnten in Betrieb (wenn auch im Leerlauf) bestaunt werden.

Der Schnegaer Mühlenbach hat in seiner Geschichte nicht nur die Mühle angetrieben sondern weitere Funktionen für das Dorf gehabt. So diente er am Waschtag zum Spülen der Wäsche. Dazu war ein Waschplatz unterhalb der Mühlenturbine angelegt, den die Dorfgemeinschaft Schnega zwecks historischer Vorführungen wieder hergerichtet hat. Eigens für die Teilnehmer des Rundlingstages wurde von den Frauen und Mädchen ein solcher "Waschtag wie anno dazumal" vorgeführt.


Foto B.Kulow