Zur Geschichte des Rundlingsvereins
Der Verein zur Erhaltung von Rundlingen im Hannoverschen Wendland wurde 1969 gegründet.
Die Vorgeschichte
Aufgrund der beschleunigten Umstrukturierung der Landwirtschaft mit Aufgabe vieler Höfe, Leerstand der Gebäude oder Verkauf an Nichtlandwirte änderte sich auch die Bevölkerungs- und Erwerbsstruktur. Während manche Gebäude verfielen und andere mit neuem Kapital umgebaut oder durch andersartige Neubauten ersetzt wurden, wuchs gleichzeitig das Interesse, die Region für den (sanften) Tourismus zu gestalten. Die Verbindung der wirtschaftlichen Interessen mit dem Traditionsbewusstsein der ansässigen Bevölkerung und zusätzlich mit dem Anliegen denkmalorientierter Wissenschaftler führte Kommunalpolitiker, Regionalplaner, Heimatforscher und Wissenschaftler zusammen, um gemeinsam Kräfte für den Erhalt der Siedlungsform der Rundlinge im Wendland einzusetzen.
Während in anderen Regionen diese ursprünglich weitverbreitete Dorfform durch vollständigen Umbau nur noch Siedlungshistorikern erkennbar war, hatte sich im Wendland aus verschiedenen Gründen diese Form in mehr als 100 Orten nahezu „klassisch“ erhalten. Der Bauboom der Wirtschaftswunderzeit hatte noch wenig Einfluss auf die Dörfer in diesem Zonenrandgebiet gezeigt, aber erschreckend war der Verfall zahlreicher Hofgebäude und ersatzloser Abriss oder unharmonische Teilrenovierung.
Die giebelständig zum Dorfplatz stehenden Niederdeutschen Hallenhäuser ließen sich nicht mehr zeitgemäß landwirtschaftlich nutzen und eine Umnutzung der aufgegebenen Hofgebäude schien ohne Zerstörung des Dorfbildes nicht möglich.
Die Rundlinge. waren seit langem Forschungsobjekt diverser Fakultäten. Dazu gehörte auch Prof. Dr. Erich Kulke. Sein großes Engagement für die Rundlinge beschränkte sich nicht auf die Erforschung der Historie, sondern zunehmend auf die Erhaltung des alten Gebäudebestands und der Siedlungsform.
Vom Präsidium des Regierungsbezirks Lüneburg erging 1968 ein Auftrag an den Lehrstuhl Landwirtschaftliche Baukunde der Technischen Universität Braunschweig unter Leitung von Prof. Dr. Erich Kulke. Nach Zustandsprüfung sollten Anregungen und Leitgedanken für das zukünftige Bauen in dieser Landschaft entwickelt werden, um dem weiteren Verfall der hier gewachsenen bäuerlichen Baukultur entgegen zu wirken.
07.06.1969
Gründungssitzung des Vereins zur Erhaltung von Rundlingen im Hannoverschen Wendland in Lüchow.
Der Einladung des Niedersächsischen Heimatbundes waren 120 Tagungsteilnehmer gefolgt, von denen 79 Personen spontan ihren Vereinsbeitritt erklärten; Mitgliedsbeitrag 12.--DM jährlich. Die Versammlung wählte Senatsdirektor a.D. Dr. Kurt Struve, Hamburg, zum Vorsitzenden und als Vorstandsmitglieder Dr. Herbert Röhring, Hannover, Willi Schulz, Lüneburg, Bürgermeister Heinz-Adolf Möller, Lübeln, Bürgermeister Helmut Niebuhr, Waddeweitz und Prof. Dr. Erich Kulke, Braunschweig. Kraft ihres Amtes gehörten dem Vorstand weiterhin der Lüneburger Regierungspräsident und der Oberkreisdirektor Lüchow-Dannenbergs an. Ständiger Vertreter des Regierungspräsidenten und einer der Initiatoren des Rundlingsvereins war RVP Klaus Müller-Heidelberg.
Die umfangreiche Chronik des Vereins kann hier als reine Textdatei aufgerufen werden.
Die Vorgeschichte
Aufgrund der beschleunigten Umstrukturierung der Landwirtschaft mit Aufgabe vieler Höfe, Leerstand der Gebäude oder Verkauf an Nichtlandwirte änderte sich auch die Bevölkerungs- und Erwerbsstruktur. Während manche Gebäude verfielen und andere mit neuem Kapital umgebaut oder durch andersartige Neubauten ersetzt wurden, wuchs gleichzeitig das Interesse, die Region für den (sanften) Tourismus zu gestalten. Die Verbindung der wirtschaftlichen Interessen mit dem Traditionsbewusstsein der ansässigen Bevölkerung und zusätzlich mit dem Anliegen denkmalorientierter Wissenschaftler führte Kommunalpolitiker, Regionalplaner, Heimatforscher und Wissenschaftler zusammen, um gemeinsam Kräfte für den Erhalt der Siedlungsform der Rundlinge im Wendland einzusetzen.
Während in anderen Regionen diese ursprünglich weitverbreitete Dorfform durch vollständigen Umbau nur noch Siedlungshistorikern erkennbar war, hatte sich im Wendland aus verschiedenen Gründen diese Form in mehr als 100 Orten nahezu „klassisch“ erhalten. Der Bauboom der Wirtschaftswunderzeit hatte noch wenig Einfluss auf die Dörfer in diesem Zonenrandgebiet gezeigt, aber erschreckend war der Verfall zahlreicher Hofgebäude und ersatzloser Abriss oder unharmonische Teilrenovierung.
Die giebelständig zum Dorfplatz stehenden Niederdeutschen Hallenhäuser ließen sich nicht mehr zeitgemäß landwirtschaftlich nutzen und eine Umnutzung der aufgegebenen Hofgebäude schien ohne Zerstörung des Dorfbildes nicht möglich.
Die Rundlinge. waren seit langem Forschungsobjekt diverser Fakultäten. Dazu gehörte auch Prof. Dr. Erich Kulke. Sein großes Engagement für die Rundlinge beschränkte sich nicht auf die Erforschung der Historie, sondern zunehmend auf die Erhaltung des alten Gebäudebestands und der Siedlungsform.
Vom Präsidium des Regierungsbezirks Lüneburg erging 1968 ein Auftrag an den Lehrstuhl Landwirtschaftliche Baukunde der Technischen Universität Braunschweig unter Leitung von Prof. Dr. Erich Kulke. Nach Zustandsprüfung sollten Anregungen und Leitgedanken für das zukünftige Bauen in dieser Landschaft entwickelt werden, um dem weiteren Verfall der hier gewachsenen bäuerlichen Baukultur entgegen zu wirken.
| Während der zweijährigen Forschungsarbeit, die 1970 unter dem Titel „Rundlinge – ihre Pflege und Erneuerung“ als Sonderheft vom Deutschen Heimatbund veröffentlicht wurde, stieß Kulke mit seinem Mitarbeitern und Studenten auf große Unterstützung durch örtliche Bürgermeister, den Landkreis und den Regierungsbezirk Lüneburg. Foto: Dr. Erich Kulke mit seinen Studenten in Lübeln vor dem Hof Nr. 2, der später vom Rundlingsverein gekauft und zum Museum ausgebaut wird. |
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07.06.1969
Gründungssitzung des Vereins zur Erhaltung von Rundlingen im Hannoverschen Wendland in Lüchow.
Der Einladung des Niedersächsischen Heimatbundes waren 120 Tagungsteilnehmer gefolgt, von denen 79 Personen spontan ihren Vereinsbeitritt erklärten; Mitgliedsbeitrag 12.--DM jährlich. Die Versammlung wählte Senatsdirektor a.D. Dr. Kurt Struve, Hamburg, zum Vorsitzenden und als Vorstandsmitglieder Dr. Herbert Röhring, Hannover, Willi Schulz, Lüneburg, Bürgermeister Heinz-Adolf Möller, Lübeln, Bürgermeister Helmut Niebuhr, Waddeweitz und Prof. Dr. Erich Kulke, Braunschweig. Kraft ihres Amtes gehörten dem Vorstand weiterhin der Lüneburger Regierungspräsident und der Oberkreisdirektor Lüchow-Dannenbergs an. Ständiger Vertreter des Regierungspräsidenten und einer der Initiatoren des Rundlingsvereins war RVP Klaus Müller-Heidelberg.
Die umfangreiche Chronik des Vereins kann hier als reine Textdatei aufgerufen werden.
